Bernhard Borst und die Borstei

 

- am 18. Februar 1883 wird Bernhard Borst in Offenburg (Baden-Württemberg) geboren

- von 1896 bis 1898 absolviert er eine Lehre als Maurer

- von 1899 bis 1903 besucht er die Königliche Baugewerkschule in München

- ab 1910 betreibt er eine eigene Baufirma mit einem Architekturbüro in München

 

Die Borstei entsteht

- Ende 1922 erwirbt Bernhard Borst ein 90.000 qm großes Grundstücks an der Dachauer Straße als neuen Lagerplatz für seine Baufirma. Rund um das Grundstück sind Wohnungen für den gehobenen Mittelstand geplant, die die „Vorteile des Einfamilienhauses und die Annehmlichkeiten des Mietshauses“ (Borst) vereinen sollen. Als das Gelände kurzfristig doch nicht als Lagerplatz gebraucht wird, widmet Bernhard Borst das gesamte Gelände dem Wohnungsbau.

- In den Jahren 1924 bis 1929 wird die Wohnsiedlung der Borstei erbaut, ab 1927 unter Mitwirkung des Architekten Prof. Oswald Bieber

 

Die Borstei lebt

- Bernhard Borst will nicht nur bauen, sondern Lebensraum schaffen. Es entstehen 772 Wohnungen mit 3.778 Räumen, Läden, eine Wäscherei, ein Heizwerk, Kindergärten. Die Wohnanlage ist großzügig mit sieben Gärten ausgestattet; nur etwa ein Viertel der Grundfläche ist überbaut. Bernhard Borst sorgt für die künstlerische Ausgestaltung der Borstei mit Skulpturen, Brunnen, Fresken. Für Kinder gibt es Kaperltheater-Vorstellungen, Jahresfeste werden gefeiert; für Erwachsene gibt es gelegentlich kostenlose Konzerte im Rosengarten.

"... Die Wohnung festigt den Frieden in der Familie, der das Fundament für den Frieden im Staate bildet." Bernhard Borst, 1952

 

- Bernhard Borst erhält für seine architektonischen Leistungen viele Auszeichnungen, darunter den Titel eines Senators ehrenhalber der Technischen Universität Karlsruhe, die Goldene Ehrenmünze der Stadt München, den Bayerischen Verdienstorden

- Erna Borst, Bernhard Borsts Ehefrau, unterstützt ihren Mann zeitlebens tatkräftig beim Auf- und Ausbau der Wohnanlage

- am 23. Januar 1963 stirbt Bernhard Borst und wird im Westfriedhof, nahe der Borstei, beerdigt